Die Wikinger schnarchen im Schlosshof

07.07.2009

Die Wikinger schnarchen im Schlosshof

Friedberg Eigentlich ist Wickie gar kein Kind mehr, sondern schon über 30 Jahre alt. Dennoch ist der kleine Wikinger immer noch unverändert beliebt, wie in den 70ern. Dies zeigte sich bei dem Familienkonzert der Städtischen Jugendkapelle Friedberg. Denn im Schlosshof wurde gemeinsam mit der Schauspielerin Kerstin Becke neben „Cinderella“, auch bekannt als „Aschenbrödel“, die Geschichte von „Wickie und den starken Männern“ vorgetragen.

Ein Wikinger trotzt jedem Wetter. Dennoch machte sich der Leiter des Familienkonzertes, Andreas Thon, Sorgen, als kurz vor Beginn des Konzertes dunkle Wolken aufzogen. Dennoch entschied er sich gegen eine kurzfristige Verlegung in die Stadthalle. Und die Sonne gab ihm später Recht. Auch insgesamt war der Leiter der Jugendkapelle ziemlich zufrieden. Zwar waren nicht so viele Zuschauer wie erwartet gekommen. Dafür war aber die Zielgruppe, Mädchen und Buben im Kindergartenalter, gut vertreten.

Ein Jahr lang hatte Andreas Thon das Familienkonzert geplant. Es sei schwer gewesen, überhaupt ein geeignetes Stück zu finden. Für ihn war aber von Anfang an klar, dass Kerstin Becke mitwirken sollte. Die Schauspielerin, die gerne mit Kindern zusammenarbeitet, stimmte auch sofort zu. Sie versucht, sich trockene Vorlagen als Bilder vorzustellen. Durch Gestik, Mimik und Nachahmen von Geräuschen soll die Geschichte lebendig werden. So schnarchte die Schauspielerin im Schlosshof stellvertretend für die schlafenden Wikinger. „Die Kinder nehmen meine Bilder auf und machen ihre eigenen daraus“, meinte die Schauspielerin.

Kinder entscheiden mit, was auf das Schiff geladen wird

Und die Kinder wurden mit in die Erzählung eingebunden. Was die Wikinger vor der Abfahrt in ihr Schiff packen sollten, lautete die Frage. „Met“ und „Ersatzwaffen“ antworteten die Kinder. Kerstin Becke empfahl noch, ein Bärenfell zum Tauschen mitzunehmen.

Und die Kinder erfuhren von ihr unter anderem, dass ein Wikingerschiff in der Flaute nicht vorankommt. Passend zur Erzählung war Kerstin Becke auch gekleidet als Prinzessin im langen weißen Kleid oder als Wikingerfrau mit originalen Holzschuhen. Da wirkte gleich alles noch realistischer.

Für die musikalischen Einlagen sorgte natürlich die Friedberger Jugendkapelle. Für Andreas Thon war es wichtig, auch das Nachwuchsorchester, das sogenannte B-Orchester, vorzustellen. Es stimmte auf das Konzert ein und begleitete schließlich das „Cinderella“-Märchen.

Zwischendrin durften die Kinder rätseln. Dafür spielte das Blechbläserquintett des A-Orchesters ein Potpourri aus elf verschiedenen Titelliedern von Kinderserien, wie „Pippi Langstrumpf“, „Biene Maja“ und „Die Sendung mit der Maus“. Die kleinen Gäste mussten dann drei davon erraten. Der Sieger wurde ausgelost. Über den Preis, eine DVD mit Folgen der Zeichentrickserie „Wickie“, freute sich der vierjährige Elias Lechner.

Nach der Verlosung folgte mit „Wickie und die starken Männer“ der Höhepunkt - musikalisch unterstützt durch „Blech & Co“ - besetzt mit Mitgliedern des A-Orchesters der Jugendkapelle.

Mit diesem Auftritt sorgte die Jugendkapelle nicht nur für einen weiteren Höhepunkt im Jahr ihres 40-jährigen Bestehens. Sie schaffte es auch, die Kinder anzusprechen und diese vielleicht einmal als künftige Mitglieder begrüßen zu können.

Miriam Schmidt, © Friedberger Allgemeine

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