Im Marsch ist Friedberg jung und munter statt windig

31.03.2009

Friedberg (scha) - Für ihre freche Zunge ist Stadträtin Beate Euler (Parteifreie Bürger) im Fasching bekannt. Im Vergleich zu ihren Büttenreden fiel ihr Sieger-Text für den neuen Friedberg-Marsch harmlos aus. Trotzdem, für die Marsch-Premiere beim Jubiläumskonzert der Jugendkapelle änderte die Jury Textzeilen nach vorheriger Rücksprache mit der Stadträtin ab. Statt wie ursprünglich gedichtet „Durch die alten Mauern weht ein frischer Wind!“ sang der Kirchenchor von St. Jakob „Noch immer siehst du jung und munter aus.“

Im Marsch ist Friedberg jung und munter statt windig

Acht Texte standen zur Wahl

Denn der „frische Wind“ hatte die Jury an Kommunal-Wahlkampfzeiten erinnert. „Frischen Wind“ im Rathaus hatte Bürgermeister Dr. Peter Bergmair vor seiner ersten Wahl 2002 versprochen. Daran hatte Beate Euler zwar beim Dichten nicht gedacht. Die Jury wollte aber jeden Anschein von Politik vermeiden, erklärt Kultur-Abteilungsleiter Frank Büschel, der ebenfalls Juror war - zumal ein Text einer Stadträtin erste Wahl war. Weitere Jurymitglieder waren Jugendkapellenleiter Andreas Thon, Stadtarchivar Manfred Strehle und Realschulleiter Anton Oberfrank.

Insgesamt acht Texte waren vorgelegt worden. Ein weiterer kam zu spät, ein Texter hatte seinen Vorschlag außer Konkurrenz eingereicht. Schließlich kam der Text von Beate Euler am besten an. Weitere Preise gingen an Reinhold Korper, Gerd Holzbrecher, Ursula Winter und Stefan Pröll. Wie die anderen Teilnehmer hatte die Stadträtin mit der Teilnahme an dem Wettbewerb die Rechte an ihrem Text abgegeben und Änderungen zugelassen. So sieht sie es „locker“, dass die Jury ihren „frischen Wind“ durch „jung und munter“ ersetzt hat.

Allzu „bierernst“ will Jugendkapellenleiter Thon die Angelegenheit eh nicht sehen. Es war von dem Dirigenten gar nicht gedacht, dass der von ihm komponierte Marsch zu einer offiziellen „Friedberg-Hymne“ hochstilisiert wird. Vor allem war das Musikstück für das Jubiläum der Jugendkapelle (Juka) vorgesehen. Weil die Juka im Normalfall ohne Chor auftritt, wird es wohl etwas dauern, bis „Friedberg, liebes Städtchen mein ...“ wieder zu hören ist.

scha, © Friedberger Allgemeine

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