Stunden voller Lebensfreude

Frühjahrskonzert der Jugendkapelle - Erlös kommt dem Kinderheim zugute

06.04.2003

Lebensfreude strahlte das zweieinhalbstündige Frühjahrskonzert der Jugendkapelle Friedberg in der Stadthalle aus. "Konzert für junge Hörer" hieß das Thema im Rahmen des europäischen Wettbewerbs "Jeunesse Musicales" und da dürfen sich die Buben und Mädchen unter der Leitung von Andreas Thon durchaus einen guten Platz erwarten. Einen Sieger gab es freilich schon nach den Schlusstakten, denn die Einnahmen in Höhe von 1555 Euro gingen als Spende an das Kinderheim Friedberg.

Die Jugendkapelle hatte 120 Mitwirkende aufgeboten: die A- und B- Orchester, die Gruppe der musikalischen Grundausbildung und einen Chor des Kinderheimes Friedberg. Die Halle war jugendlich-frisch dekoriert und an den Wänden hingen die Werke des vorangegangenen Malwettbewerbes "Wir machen Musik". Völlig unkompliziert führten Brigitte Trinkl und Stefan Galle durch das Programm, immer einen kleinen Gag auf den Lippen.

Zunächst stellte sich das B-Orchester mit einer Reise durch fünf Kontinente mit den dort typischen Klängen vor und begleiteten das von Karola Piel geleitete Theaterstück "Cinderella". Als Erzählerin der Geschichte vom Aschenbrödel fungierte Rosemarie Baur. Und erstmals zündeten die vielen Kinder im Saal die vor Konzertbeginn einstudierte "Applausrakete in drei Stufen".

Richtige Blasmusikatmosphäre vermittelte dann das im Sternmarsch einziehende A-Orchester, das zusammen mit der B-Gruppe kräftige Akzente setzte und die gesamte geballte Kraft des Klangkörpers eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die Vorstellung der einzelnen Instrumente, eingebettet in melodische Stücke, mag vielleicht etwas zu ausführlich geraten sein, vermittelte aber gerade für die jüngsten Besucher doch einen interessanten Überblick. Hochwertige Stücke wie "Tiger Rag", "The Pink Panther" oder "Tanz der Fee Dragee" aus der Nussknacker Suite von Peter Tschaikowsky klangen wie gestreichelt und es war ein Stimmungsvorrat für diejenigen Konzertbesucher, die es vielleicht anschließend mit Harry Potter und seiner Filmmusik nicht so hatten.

Auf der Großleinwand erschienen die Filmausschnitte zur "Symphonic Suite" von John Williams und das zauber- und märchenhafte Milieu setzte sich nach der Pause mit einem melodiösen Satz aus "Hobbits" von Johann de Meij fort, nachdem zunächst mit kräftigen, modernen Tönen das Publikum von den Erfrischungsoasen wieder an ihre Plätze zurückgeholt wurde. Und dann genoss Vitalij Rusakovskyy sichtlich seinen Solo-Auftritt am Xylophon in der Karibischen Fantasie "Turquoise Daydreams", einer beschwingten, ins Ohr gehenden Urlaubssehnsucht.

Fräulein Schmidt tippt

Dass sich in dem außergewöhnlich und modern gestalteten Programmblatt unter der Bezeichnung "The Typewriter" der Ohrwurm aus den "Sekretärinnen" von Leroy Anderson verbarg wurde bald klar, als sich "Fräulein Schmidt" alias Stefan Galle, hinter die museumswürdige Schreibmaschine setzte.

Die Jugendkapelle vergaß nicht, den Dank an die vielen wichtigen Mitarbeitern aus den eigenen Reihen zu übermitteln. Und sie dankte auch den vielen Buben und Mädchen, die sich an dem Malwettbewerb beteiligt hatten. Alle erhielten Geschenke, die ersten drei der jeweilige Altersklasse wurden auf die Bühne gebeten.

Beim großen Finale forderte man das Publikum zum Mitsingen auf mit den Kinder-Jugend-Ohrwürmern wie "Heidi, Pippi Langstrumpf, das Lied der Schlümpfe, Pinocchio oder den Pumuckl". Stimmführend ging der von Andreas Bolleininger betreute Chor des Kinderheimes Friedberg voran. Und eben dieses Kinderheim mit Gudrun Keller-Buchheit als Geschäftsführerin erhielt dann aus den Händen von Heinz Bolleininger und Regine Nägele zusammen mit Landratsstellvertreter Peter Feile den Scheck mit den gesamten Einnahmen der Veranstaltung. Dieser karitative Schritt der Kapelle und einiger Sponsoren wurde mit viel Beifall bedacht.

Otmar Selder, © Friedberger Allgemeine

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