Viel Applaus für zwei „Blechhaufen“

02.12.2009

Am Rande des lebhaften Markttreibens bildete die Friedberger Stadtpfarrkirche St. Jakob auch in diesem Jahr wieder einen Ort, der etwas Platz für vorweihnachtliches Innehalten bot. Das Konzert des Kinder- und Jugendchores St. Jakob zusammen mit der Städtischen Jugendkapelle unterstrich diese besinnliche Stimmung mit einem Programm, das Advents- und Weihnachtslieder unterschiedlicher Epochen und Herkunftsländer ebenso umfasste wie das gemeinschaftliche Singen mit dem Publikum. Die Gesamtleitung des Konzerts hatte für die Städtische Jugendkapelle Friedberg Andreas Thon und für den Kinder- und Jugendchor St. Jakob Peter Schnur.

Viel Applaus für zwei „Blechhaufen“

Im Friedberger Raum sind die beiden Formationen schon lange keine Unbekannten mehr. Und so drängten sich zahlreiche Blasmusikfreunde in die schmucke Kirche. Als Überraschungsgast las Hermann Paul eine Weihnachtsgeschichte über einen Mann, der sich in der Christmette an den Sinn des Festes erinnert.

Klingt das überhaupt, Chorstücke von Händel, Bach und vielen anderen Komponisten als reines Blechbläserkonzert? Ja, das hörte sich sogar sehr gut an. Mit Händels „Freue dich, Welt!“ eröffneten die fünf Bläser von Abgebrasst, einem Teil der Jugendkapelle Friedberg, klanggewaltig das Konzert. Kapellleiter Andreas Thon klärte die wenigen, die das dargebotene Musikstück nicht einordnen konnten, auf, und schon war das Publikum gefangen. Gefangen vom Charme der fünf.

Zwei französische Volkstänze neben Johann Crügers „Wie soll ich dich empfangen?“ folgten. Danach zeigte es sich, dass auch Frauen mit atemberaubender Technik, mit Schnelligkeit und Einfühlungsvermögen das Horn spielen können. Brass ist längst keine Männerdomäne mehr, wie Sonja Schmid als Solistin in „Cor Royal“ vorführte. Nicht nur die Tempi hatte sie fest im Griff, auch der Einstieg als Neumitglied gelang souverän. Der erste Teil endete mit Bach und „White Christmas“ von Irving Berlin. Als Zugabe „wurde es glei‘ dumpa“.

Eine gemeinsame Zugabe zum Schluss

Im zweiten Teil des Konzerts verband das Quintett, das sich zuweilen „Blechhaufen“ nennt, ebenfalls die Klassik mit der Moderne. Das Spannende daran wie schon im ersten Teil: Die Blechinstrumente imitierten gelungen die Stimmen der imaginären Sänger. Das klang dann mal wehmütig wie in „Werde munter, mein Gemüte“ (Bach), mal kraftvoll, fröhlich wie in „From a Distance“ von Julie Gold, wo der Gesang zugleich zum Tutti aller Instrumente wurde. Als großes Dankeschön folgte „Still, still, still“ als Zugabe der Men in Blech.

Am Ende gab es aber auch noch eine gemeinsame Zugabe: Mit „Tochter Zion“ ging das Weihnachtskonzert zu Ende.

© Friedberger Allgemeine

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