Festlicher Klang und heitere Weisen

26.12.2007

Friedberg - Begeisterte Zuhörer verließen die St.-Stefan-Kirche in Friedberg-Süd nach dem gemeinsamen Konzert von "Abgebrasst", Bläsern aus der Jugendkapelle Friedberg, und der "Men in Blech".

Festlicher Klang und heitere Weisen

Es war "supergut!" urteilten die Besucher nach dem sehr gut besuchten Konzert der beiden Friedberger Blechbläserquintette. Mit zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba spielten sich die Musiker mit festlichem Klang und heiteren Weisen in die Herzen des Publikums.

Informative Ansagen von Jugendkapellenleiter Andreas Thon verbanden im ersten Teil traditionelle Stücke wie Händels "Tochter Zion" mit zeitgenössischer Musik in ausgezeichneten Arrangements.

Ein Marsch und pastorale Klänge: "Abgebrasst" spannte einen weiten musikalischen Bogen. Zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba, so lauteten die Zutaten für ein musikalisches Menü. Mit der gewitzt gespielten Humoreske "Harlekin Suite" ebnete das Quintett den Weg in die Moderne. Zum weiteren Beweis, dass sich die Crew um Andreas Thon in allen Stilarten wohlfühlt, erklang im Anschluss die "Pastorale aus Biberach".

Verblüffendes Tubasolo mit leiser Begleitung

Ursprünglich für Trompete und Klavier gedacht war die Fantasie "Mein Gruß" von Heinrich Halter. Zu hören war diese in einem virtuos verblüffenden Tubasolo von Sebastian Thon, in leiser Begleitung von Trompeten, Horn und Posaune. Die Instrumente führten einen musikalischen Dialog miteinander unter spielerischer Führung von Andreas Thon. Facettenreich erklang "The Earl of Oxford's March", bevor mit dem fröhlichen Lied "Auf nach Bethlehem" der erste Teil endete.

Beim "Engelskonzert", einer vorweihnachtlichen Erzählung von Victor Douglas Brown, fesselte Herrmann Paul in gutturalem Erzählstil die Zuhörer bis zum letzten Satz. Zur Handlung: Der Engelschor hat seine letzte Probe vor Heiligabend, und die Trompete eines kleinen Engels ist defekt. Das Horn von Martin Nägele, die Posaune von Florian Pötzsche und die Tuba von Christian Paul bliesen zum Dialog mit den Trompeten von Andreas Bolleininger und Johannes Steinhart. Bis hin zum schrägen Ton der kaputten Trompete. Die Tonleiter hinab ließen die Bläser den Engel auf einer Sternschnuppe zur Erde fliegen, wo er auf einer tiefen Tubanote landet. Vor einer Musikalienhandlung trifft der Engel Tom, einen kleinen Jungen, der sich so sehr eine Trompete wünscht, aber keine bekommt, weil sein Vater arbeitslos ist. Der Engel schenkt dem Jungen seine Trompete, auf der er sofort spielen kann, und Passanten werfen ihm Geld zu. Das ruft Banditen auf den Plan, die Tom durch Kirche und Zoo verfolgt. Bis ein paar Engel alles zum Guten wenden.

Modern arrangierte Weihnachtsgeschichte

Ob ein geblasener Orgelklang, die Tuba als Elefant oder das burleske Quietschen der Affen - die "Men in Blech" beherrschten alle Register. Die Weihnachtsgeschichte ist ein modernes Arrangement und mündete erst zum Schluss in traditionellem Choral. Bolleininger bewies ein besonders glückliches Händchen bei der Wahl dieser neuen Konzertform. Belohnt wurde er mit langem Applaus. Mit einem Medley von Weihnachtsliedern endete ein besinnlich heiterer Abend.

Manuela Rieger, © Friedberger Allgemeine

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