Musik verschönt den Frühlingsbeginn

Konzert der Jugendkapelle in der Friedberger Stadthalle

27.03.2007

Schon Tradition hat das alljährliche Frühjahrskonzert der Stadtjugendkapelle. Und die verschönte den Frühlingsanfang vor vollem Haus mit anspruchsvoller Blasmusik unter Leitung von Andreas Thon.

Zum Einstieg überraschte Leiter Andreas Thon mit einem niveauvollen B-Orchester der Stadtjugendkapelle. Sie haben diesen Schwierigkeitsgrad sehr gut gemeistert, war Thon begeistert von der rhythmischen Umsetzung des Legend of Knife. Zudem waren die jungen Leute einer ihnen völlig unbekannten Prüfungssituation ausgesetzt. Die Solisten am Tenorhorn Simon Kilian, Maximilian Metzger und Andreas Schartel bestanden ihre Feuertaufe souverän - die wussten vorher nicht, dass das heute ihre Aufnahmeprüfung für das A-Orchester war, schmunzelte Thon. Nicht weniger glänzten die Nachwuchsmusiker mit Der kleine Ungar von Alfred Bösendorfer und Die Berner Stadtwache von Thomas Berghoff, die weitere Stationen der musikalischen Rundreise bildeten.

Das A-Orchester faszinierte das Publikum mit Der Prozession der Ritter von Rimski-Korsakow. In gesamter Bandbreite setzten die jungen Musiker das vielfältige Ritterleben musikalisch fühlbar um. Mit Ivanhoe trat ein edler Recke plastisch vors Publikum. Dabei handelte es sich um ein Stück, das als Wertungsspiel für den Wettbewerb in Riva del Garda vorgesehen ist. Völlig hin und weg war das Publikum bei Verfilmung und Vertonung von Schillers Bürgschaft. Ludwig Nägele erntete für seine Facharbeit am Friedberger Gymnasium höchstes Lob. Mit musikalischen Mitteln wurde die Geschichte der gegenseitigen Freundestreue umgesetzt. Da gab es eine klassische Hochzeit in der Kirche und wilde Schwertkämpfe im sonst so harmlosen Stadtpark, hinter sanftem Blattgrün verbargen sich vermeintliche Gefahren. Nicht einmal die Spannung mit gerade noch rechtzeitig verhinderter Hinrichtung fehlte.

Anspruchsvolles Programm

Immerhin setzt Andreas Thon seit Jahren auf ein anspruchsvolles Programm. So verbindet die Stadtjugendkapelle Brauchtum mit modernen Titeln. Und genau das macht den Reiz für das gemischte Publikum aus. Und an neuen Herausforderungen fehlt es nie. Piccola Suite Italiana von Franco Cesarini ist nur beim ersten Hinhören ein locker-luftiges Konzertstückchen, bei dem die Füße mitwippen. In Wirklichkeit ist es ein besonderes Pflichtstück bei den bevorstehenden Wertungsspielen in Riva del Garda. Der Komponist wird selbst beurteilen, wie gut wir sind, wusste Thon zu berichten.

Beim Frühlingskonzert jedenfalls bestätigten die Besucher der Kapelle den stetigen Fortschritt. Klassiker bliesen die jungen Musiker ebenso vollendet wie sie mit dem Zauberer von Oz brillierten, bei dem besonders Volker Kirsch an der Bassklarinette gefiel. Thons harmonische musikalische Leitung erfordert Basisarbeit und gleichzeitig entsprechend engagierte Musiker. An Intonation und Beherrschung der Instrumente hatte der Dirigent bei seinen Musikern wenig auszusetzen. Ohne Zugaben wurden die jungen Musiker nicht aus der Huld der Zuhörer entlassen.

Beachtlich lautet das Urteil von Heinz Bolleininger, dem Vorsitzenden der Vereins zur Förderung der Musikaischen Ausbildung in Friedberg. Die langjährige Förderin Lieselotte Funk war begeistert, zumal die Stadtjugendkapelle durch den permanenten Wechsel der Mitglieder immer vor neuen Herausforderungen stehe: Aber die schaffen das, die Neuen werden immer sofort integriert, lobte sie.

Auch derzeit ist Andreas Thon auf der Suche nach engagierten Nachwuchsmusikern. Interessenten können sich melden unter Telefon 0821/60 39 60.

www.jugendkapelle-friedberg.de

Petra-Sabina Herrmann, © Friedberger Allgemeine

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