"Friedberg vorwärts marsch"

Frühjahrskonzert der Stadtjugendkapelle begeistert Zuhörer im Jubiläumsjahr

22.03.2004

Seit 35 Jahren sind die Konzerte der Jugendkapelle der Stadt Friedberg beliebter Bestandteil im Kulturprogramm. Zu diesem Jubiläum überraschte Leiter Andreas Thon mit einem Frühjahrskonzert der Sonderklasse. Dritter Bürgermeister Anton Ehrl überbrachte die Glückwünsche der Stadt: "Viel Energie war notwendig, um dieses Niveau zustande zu bringen" - und wünschte den Besuchern viel Spaß und Freude. "Einen festen kulturellen Bestandteil" nannte er die Stadtjugendkapelle, "die weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist".

Schon das Nachwuchsorchester bestätigte seine Ansicht. Mit "Indian River" begann ein schmissiger Einstieg auf hohem Niveau. "The great Locomotive Chase" holte die schnaufende Dampflok in die Stadthalle. "Das ist nicht die einzige Dampflok, die sie heute hören werden", sagten die beiden Moderatorinnen Madlen Wagner und Evelin Sigmund. Der "Superspion" schlich hörbar durch die Stadthalle, und Andreas Thon schlich sichtbar mit. Der Leiter der Stadtjugendkapelle dirigierte sichtlich und mit schauspielerischem Talent. Mit "Heimweh-Melodie" zeigte die Trompeterjugend des B-Orchesters ihr Können. Insgesamt zwei achtjährige Mädchen und drei junge Herren im Alter von zwölf Jahren brillierten solo. Ohne Zugabe kam das B-Orchester nicht vom Platz. "Rock around the clock" setzte den Schlusspunkt unter den ersten hervorragenden Teil des Konzerts.

In fliegendem Wechsel nahm das A-Orchester ruhig und beherrscht seine Plätze ein. Jetzt führten Birgit Trinkl und Julia Ramming durch das Programm. "Intermezzo" von Andreas Thon vertonte die Geschichte einer Friedberger Notariatstochter, die dringend einen Mann braucht. In Gedichtform hat die Elternbeiratsvorsitzende Regine Nägele diese Geschichte gefasst und wird sie am 30. April vortragen. In "Saga Candida" wurden die Hexenverfolgungen lebendig. Unheimlich und bedrohlich waren die Temposchwankungen, die hohe Ansprüche an die jungen Musiker stellten. Für die Untermalung mit Lichtreflexen waren Sabine Hittinger, Stefan Otto und Michael Meyer zuständig.

Altbürgermeister Albert Kling wurde als langjähriger Mentor der Jugendkapelle geehrt. "Die großartige Ausbildung des Orchesters überzeugt sehr", zeigte er sich begeistert. Eine Welturaufführung gab es ebenfalls. Zum ersten Mal wurde der Friedberg Marsch, eine Komposition von Andreas Thon aufgeführt. In den Tönen F, D, B komponierte Thon einen freundliche Aufforderung an die altbayerische Herzogstadt. Für die Zukunft heißt es in beschwingten Tönen "Friedberg vorwärts marsch". Rektor Anton Oberfrank meinte schmunzelnd: "Wenn der Thon vertont, dann kommt was Gutes dabei raus". Der Leiter der Musikschule Peter Papritz gratulierte mit einem großen Blumenstrauß.

Dramaturgisch gelungen

Ein weiteres Highlight war ein eigens gedrehter Film im Stil der Stummfilme der "Zwanziger". Die Hommage an Paul Harts "Silverscreen" war dramaturgisch wie musikalisch mehr als gelungen. In Schwarz-Weiß-Optik drehten die jungen Musiker vor der Kulisse des Friedberger Schlosses eine Liebesgeschichte mit dramatischen Höhepunkten. Eine Prügelei zwischen dem Held und dem Bösewicht endete fast tragisch. Gerade noch rechtzeitig konnte der Held seine auf den Gleisen angebundene Geliebte vor dem Tod bewahren. Natürlich gab es ein Happy End mit Hochzeit in der Friedberger Stadtkirche.

Die Darsteller Markus Trinkl., Michael Sedlmeyr, Stefan Galle und Kerstin Petsch lieferten eine umwerfende Leistung für Laienschauspieler. Arne Redl und Ludwig Nägele dürfen mehr als stolz auf Kamera- und Schnittführung sein. Ebenso hervorragend waren die beiden Fagott-Spieler im Orchester, einem für ein Blasorchester nicht gerade üblichen Instrument. Vitalij Rusakovskyy faszinierte mit einer unglaublichen Beherrschung des Xylophons. Den bekannten Czardas von Vittorio Monti musste er auf den tosenden Applaus hin auszugsweise wiederholen. Auch Nicole Euringer überzeugte mit einem Piccolosolo bei Blankenburgs "Abschied der Gladiatoren". Natürlich musste das Orchester als Zugabe noch einmal den beschwingten Friedberg-Marsch spielen. So begeistert waren die Zuhörer, dass sie spontan im Rhythmus mitklatschten. Auch die Komposition von Strauß "Unter Donner und Blitz" riss zu lautstarken Begeisterungsstürmen hin.

Ansprechpartner steht Andreas Thon für die Stadtjugendkapelle unter Telefon 08237/959294 oder 0821/603960 zur Verfügung.

© Friedberger Allgemeine

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