Dias und ungewöhnliche Töne für den Dschungel

Beschwingtes Frühjahrskonzert der Stadtjugendkapelle unter Andreas Thon - Jetzt wird junger Nachwuchs gesucht

03.04.2006

Gerade rechtzeitig zum Frühjahrskonzert grüßte der Frühling mit lauen Temperaturen. Und die Stadtjugendkapelle verschönte den Einzug der Jahreszeit vor vollem Haus mit anspruchsvoller, ja geradezu "erdgebundener" Blasmusik unter Leitung von Andreas Thon.

"Das ist eine schöne Einstimmung auf das Frühjahr", lobte Bürgermeister Dr. Peter Bergmair die enorme Variabilität des A-Orchesters. Völlig fasziniert waren die Zuhörer vom "Jungle". In gesamter Bandbreite setzten die jungen Musiker das vielfältige Dschungelleben musikalisch fühlbar um. Da trommelte der Regen auf nasse Blätter, blühten prächtige Pflanzen auf, verbargen sich vermeintliche Gefahren hinter dichtem Dschungel-Grün. Bei der Vorstellung half natürlich auch die Unterstützung durch eine gelungene Diashow. "Beachtlich" war das Stichwort, das dem stellvertretenden Landrat Peter Feile dazu einfiel. Experte und Klarinettenlehrer Thomas Deisenhofer war begeistert: "Der Jungle war Klasse und musikalisch ausgewogen." Die Stadtjugendkapelle verbindet traditionelles Brauchtum mit modernen Titeln.

Und genau das macht den Reiz für das gemischte Publikum aus. Auch Blasmusik-Liebhaber Reinhard Pachner bestätigte der Kapelle den stetigen musikalischen Fortschritt. Den Tölzer Schützenmarsch bliesen die jungen Musiker ebenso vollendet, wie sie mit einem schottischen Highlight brillierten. Hier glänzte im Dudelsack-Solo Sven Güntner. Mit Akkordeonklängen beschwor Sebastian Hummel das typische Pariser Flair. Seine Schwester Regina widmete sich als Oboe-Solistin der Idylle. Fetzig-rhythmisch trompetete sich Dominik Bolleininger durch den "Gummi Mambo" alias Cherry Pink. Besonders viel Spaß macht den Jugendlichen auch, dass ihre Ideen und Vorstellungen verwirklicht werden. So führten Maria Bader und Laura Ihl mit vielen interessanten Informationen durch das Programm des A-Orchesters.

Ihre beiden Kolleginnen vom B-Orchester brauchten sich aber auch nicht zu verstecken. Mit angeborenem Charme entledigten sich Evelyn Sigmund und Marielena Kappler ihrer Aufgabe. Auch der Leistungsstand des B-Orchesters war hoch und sehr harmonisch. Im Glockenspielsolo verlieh Lorenz Hartl dem "Fröhlichen Uhrmacher" ein flottes Leben. Mit "Get on board" überzeugten Samuel Sucher, Lukas Bante und Patrick Gabler als Posaunisten.

Thons harmonische musikalische Leitung erfordert Basisarbeit und gleichzeitig entsprechend engagierte Musiker. An Intonation und Beherrschung der Instrumente hatte der Dirigent bei seinen Musikern wenig auszusetzen. Was wirklich an Einsatz und Arbeit dahinter steckt, verrät Carolin Nöst. Ihr Sohn Maximilian spielt von Kindesbeinen an Saxofon. "Dreimal pro Woche fallen Fahrten zum Musikunterricht an, Einzel-, Orchester- und Registerunterricht", sagt Nöst. Dazu kommt natürlich noch permanentes Üben zu Hause. Langweilig wurde es Maximilian bisher nie. "Für den Fluch der Karibik haben wir ein halbes Jahr geprobt und geübt", erzählt der 16-Jährige über sein fetziges Lieblingsstück, in dem er das Saxofon blies. So viel Engagement wollte belohnt sein. Ohne Zugaben wurden die jungen Musiker nicht aus der Huld der Zuhörer entlassen.

Nur eines stimmt Andreas Thon ein wenig traurig. Der hohe Altersdurchschnitt von 18 Jahren wird in nächster Zeit dazu führen, dass viele Musiker die Stadtjugendkapelle verlassen müssen. "Daher sind wir immer auf der Suche nach engagierten Nachwuchsmusikern", betont der Leiter der Kapelle. Interessenten können sich melden unter Telefon 08 21/60 39 60. Weitere Informationen gibt es unter www.jugendkapelle-friedberg.de

© Friedberger Allgemeine

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