Ein doppeltes Doppelspiel

Die Blechbläser von Abgebrasst und Men in Blech sind in Friedberg und Althegnenberg zu hören

23.12.2015

Das Publikum war begeistert: Abgebrasst und Men in Blech in der Kirche St. Johannes Baptist in Althegnenberg.

Ein doppeltes Doppelspiel

Viele Friedberger wollten in der Pallotti-Kirche die vorweihnachtliche Musik der Gruppen Abgebrasst und Men in Blech nicht verpassen. So war die Kirche besonders voll. Nach dem großen Erfolg und langem Applaus in der Friedberger Pallotti-Kirche spielten die Blechbläser am Tag danach in der wiederum gut gefüllten Kirche St. Johannes Baptist in Althegnenberg.
Die Musiker moderierten ihren Auftritt selbst. Die mitunter witzigen Beiträge wie auch die Musik selbst, ergänzten sich zu einem harmonischen Ganzen. Zu spüren war die besondere Art der Zuwendung, welche diese Musiker ihren Zuhörern zu schenken pflegen.
Die Blechbläser konnten es sich leisten, Bach und Felix Bernhard nebeneinanderzustellen, Händel und daneben bayerische Volksweisen. Die heutige Blechbläserbesetzung gab es zu Bachs und Händels Zeiten nicht, was dabei frappierte: Durch das profunde Spiel, durch das ausgeklügelte Abstimmen der Instrumente in den Arrangements wurde Gefälliges veredelt und ehrwürdig Altes erschien zeitlos.
Die fünf von Abgebrasst fühlen sich eben in allen Spielarten zuhause, wenn der strahlende Sound der beiden Trompeten (Lukas Schneider, Dominik Bolleininger) abgelöst wird vom dunklen und warmen Klang von Horn (Maximilian Fürst) und Posaune (Christoph Steinhart) und auch die stets rhythmisch präsente Tuba (Sebastian Thon) sich gleichwertig ins harmonische Konzept mit einbaut.
Dem gekonnten Spiel standen die Bläser von Men in Blech in nichts nach. Beispielhaft für die nobel klassische Zurückhaltung der Musiker sei der sinnliche Andachtsjodler erwähnt: Hier war die adventliche Stimmung in der Kirche beinahe mit Händen zu greifen.
Die beiden Trompeter Andreas Bolleininger und Johannes Steinhart, Martin Nägele mit seinem Horn, Posaunist Florian Pötzsche und an der Tuba Christian Paul wussten das Publikum zu überzeugen. Heiter wurde es mit der Geschichte über das Lametta, gelesen von Hermann Paul. Was die Silberstreifen mit Sauerkraut zu tun haben, erzählte Paul mit seiner herrlich warmen, dunklen Stimme. Die Bläsergruppen Abgebrasst und Men in Blech kamen aber nicht in ihrer Stammbesetzung, sondern aufgerüstet und bewiesen, was sie zu elft (zehn Bläser und ein Schlagzeuger) auf die Beine stellen konnten.
Die Drums schlug Markus Kronhofmann in kongenialer Begleitung. Gespielt wurde das bekannte „The Gospel Hall“ des Komponisten Chris Hazell. Der erste Teil steigerte sich langsam, im zweiten gab es die schönsten Momente, da die Kumulation der Bläserstimmen ungeahnte Akkorde entstehen ließ und immer wieder der bekannte „Cantus Firmus“ durchschimmerte.
Im letzten Teil konnten die Trompeter Lukas Schneider, Dominik und Andreas Bolleininger sowie Johannes Steinhart noch einmal ihre Klasse präsentieren mit brillant gespielten Höhen, die sich über die swingenden Posaunen legten. Sabine Gregor vom Althegnenberger Kinderhaus bedankte sich schon im Voraus für die großherzigen Spenden. Denn die Herren der beiden Formationen spielten ohne Gagen und beide Gruppen hofften auf einen vollen Spendentopf. Nach einem besinnlichen Alleluja als Zugabe wurden Abgebrasst und Men in Blech mit Applaus im Stehen verabschiedet. (riem)

manuela rieger, © Friedberger Allgemeine

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