An einem Abend um die Welt

Das 25. Friedberger Frühjahrskonzert entführt seine Besucher rund um die Welt und sogar in ferne Galaxien. Die Jugendmusiker wagen sich an ein neues Medium, von Maria Leix. (Fotos von dem Konzert siehe Ruhmeshalle/Fotoalbum/Konzerte)

23.03.2015

An einem Abend um die Welt

Eine Reise um die Welt, und das in nur 80 Tagen? Ist das möglich? Nicht in Friedberg, denn da erlebten die Besucher des Frühjahrskonzerts eine Weltreise an nur einem Abend. Von London über Paris bis in den Wilden Westen konnten sie Phineas Fogg auf seiner Reise begleiten.
Der ein oder andere kennt die Geschichte: der Engländer Fogg wettet, in 80 Tagen die Welt bereisen zu können. Auf seinem Abenteuer muss er viele Gefahren meistern und verliert sein Herz an eine Inderin, die er vor dem Tod rettet. Das sind die Grundlagen, die von der städtischen Jugendkapelle übernommen und in einem elfminütigen Stummfilm neu interpretiert wurden. Uraufgeführt wurde dieser anlässlich des 25. Frühjahrskonzerts in der Friedberger Stadthalle. Akustisch wurde der Film live vom A-Orchester der Jugendkapelle mit dem Stück „Around the World in 80 Days“ von Otto M. Schwarz untermalt.
Beim Publikum sorgte die Darbietung für Begeisterung: Das Orchester und der nicht nur sehr unterhaltsame, sondern qualitativ auch hochwertige Film waren perfekt aufeinander abgestimmt. Noch beeindruckender ist diese Leistung, da die Jugendlichen den Film komplett allein produziert haben. Der Leiter der städtischen Jugendkapelle, Andreas Thon, hatte vorgeschlagen, anlässlich des Jubiläums einen Film basierend auf dem Musikstück zu drehen. Die Mitglieder der Jugendkapelle setzten sich sofort ans Werk. In einem halben Jahr entstand der aufwendig produzierte Film.
„Die reine Drehzeit waren schon etwa 200 Stunden“, so Produzent Patrick Gabler. Und das war nicht alles, erzählt Andreas Thon: Für den Film nähten die Jugendlichen selbst einen Greenscreen, den sie an die verschiedenen Drehorte mitnahmen. Auch um Kostüme und Requisiten haben sich die jungen Musiker selbst gekümmert. Genauso wie um die Drehorte, so Thon: „Der Film spielt ja teilweise an exotischen Plätzen“. Doch die Jugendlichen waren kreativ: „Wir haben an zehn verschiedenen Orten gedreht“, erzählen die Schauspieler. Darunter waren die Western-City in Dasing, das Gersthofer Ballonmuseum und das Eisenbahnmuseum in Nördlingen, aber auch einige Orte in Friedberg. Das Ballonmuseum öffnete für das Filmteam dabei sogar an seinem freien Tag, berichtet Thon. Entstanden ist so ein ganz besonderes Highlight für das Jubiläum des Konzerts – „Der Hammer“, wie der Leiter der Jugendkapelle es ausdrückte. Er bedankte sich bei seinem Orchester und allen, die am Film mitgewirkt haben. Regisseurin Vivian Keckeisen und Produzent Patrick Gabler bekamen von ihm prompt noch einen Oscar verliehen.
Doch auch, wenn der Film sicher ein ganz besonderer war, war er doch nicht das einzige Highlight des Abends. Das A- und B-Orchester der Jugendkapelle stellten eine breite Auswahl von Musikstücken vor. Den Zuschauern wurden Klassiker wie Ravels „Bolero“, sowie moderne Stücke wie Pharrell Williams „Happy“ geboten. Zwei junge Musikerinnen führten charmant und sehr persönlich durch das Programm, in dessen Rahmen auch die Absolventen verschiedener Musikprüfungen geehrt wurden. Mathias Selder, der Vorsitzende des Fördervereins, bedankte sich für eine großzügige Spende der Sparkasse. Und auch Andreas Thon wurde geehrt, schließlich war das Konzert auch für ihn ein Jubiläum.
Für lauten Beifall im Publikum sorgte Andreas Thons Stück „History“, das einen Streifzug durch Friedbergs Geschichte darstellt, und Jack Stamps „Concertino for Solo Percussion and Band“, in dem Markus Trinkl mit einem Solo beeindruckte. Galaktisch wurde es bei der Interpretation der „Star Wars Saga“, die von Patrick Gabler eigens mit Filmzusammenschnitten unterlegt wurde. Vom “furchtlosen Jedi-Meister Thon“ war dort die Rede, der sich „dem Kampf gegen unsaubere Töne“ stellt – einem Kampf, den er dem Applaus der Zuschauer nach zu urteilen – siegreich ausgetragen hat.
...
An einem Abend um die Welt - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/An-einem-Abend-um-die-Welt-id33462712.html

Maria Leix, © Friedberger Allgemeine

Zurück