Mein Friedberg

Regine Nägele, Elternbeiratsvorsitzende der Juka Friedberg von 2001 - 2009. Am 03.Mai erschien in der Friedberger Allgemeinen diese "Liebeserklärung" an Friedberg von Regine Nägele. Ein bischen wurde sie auch zur Liebeserklärung für die Juka. Danke Regine.

05.05.2014

Reingeschmeckte hat Fuß gefasst

Mein Friedberg

Das erste Mal sah ich Friedberg mit spannender Neugier vom Zug aus, der von München aus kommend bald in Hochzoll halten würde. Im Bus fuhr man weiter, an Maria Alber vorbei, den Berg hinauf.
Mein Mann, damals waren wir allerdings noch nicht verheiratet, zeigte mir während der Busfahrt die Kleinode seiner Heimatstadt: das Rathaus, den Marienbrunnen, den schönen Kirchplatz mit der St.-Jakobs-Kirche. Schon da wirkte dieses Städtchen so freundlich auf mich, dass in mir insgeheim der Wunsch aufkeimte, an diesem Ort einmal zu leben und nicht mehr in dem anonymen und lauten München.
Jahre später konnten mein Mann und ich hier beruflich Fuß fassen. Mein leiser Traum von damals sollte Wirklichkeit werden: Wir zogen von München weg nach Friedberg!
Einige Jahre wirkte ich als Studienrätin am hiesigen Gymnasium. Ein enger Freundeskreis ist gewachsen, durch Freud und Leid zusammengeschweißt bis heute. Bunt ist das Vereinsleben, vielfältig das Angebot an Veranstaltungen und Festen, insbesondere das Altstadtfest.
Viele schöne Kontakte sind auch durch unsere Kinder, die bis auf das erste in Friedberg geboren wurden, entstanden. Sie sind alle in der städtischen Jugendkapelle groß geworden. Schon sehr bald wurde ich vom damaligen Elternbeirat zur ehrenamtlichen Mitwirkung in dieses Gremium „hineingezogen“. Jahrelang durfte ich als gewählte Elternbeiratsvorsitzende die Jugendkapelle, unser klingendes Aushängeschild der Stadt Friedberg, auf ihren großen Konzertreisen begleiten. Es ist eine Freude zu sehen, welch wertvolle Jugendarbeit auf hohem Niveau hierbei geleistet wird.
Ein neuer Lebensabschnitt fing an, als ich mich um die Jahrtausendwende für die Geschichte der Stadt, die mir ans Herz gewachsen war, zu interessieren begann.
Freundlich nahm mich der Leiter des Stadtarchivs, Manfred Strehle, unter seine Fittiche. Viele interessante Gespräche gab es mit ihm über meine Erkenntnisse aus den Archivalien, die so spannend zu lesen sind wie ein Krimi. Mit sanftem, aber nicht nachlassendem Druck brachte Herr Strehle mich dazu, Beiträge über die Geschichte unserer Stadt zu veröffentlichen. So verstand es sich von selbst, dass ich Mitglied des Heimatvereins wurde.
Dass ich als Reingeschmeckte einmal einem solch geschichtsträchtigen Verein mit seinen vielfältigen Aufgaben vorstehen würde, hätte ich mir damals bei der ersten Fahrt nach Friedberg nie träumen lassen.

regine nägele, © Friedberger Allgemeine

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