Zehn Jahre langer Atem

Abgebrasst und Men in Blech konzertieren unter großem Beifall in der Kissinger St. Stephanskirche. Von Manuela Rieger

23.12.2013

Zehn Jahre langer Atem

Kissing. Bläsermusik vom Feinsten wurde in der Kissinger Kirche St. Stephan geboten: Die Bläserteams abgebrasst und Men in Blech musizierten dieses Mal gemeinsam und ernteten viel Beifall. Nicht zum ersten Mal konzertierten die Ensembles und wieder war der Besuch quasi eine Pflichtveranstaltung für alle, die den Klang der Bläser schätzen, und hören wollten, wie gut auch neuere Werke zu musizieren sind.
Eins plus eins plus eins ist nicht drei sondern 16. Nein nicht falsch gerechnet, sondern beide Bläserensembles haben sich zum zehnjährigen Jubiläum zusammengeschlossen und auch gleich noch SchutzBlech dazu genommen, das Junior-Blechbläserquintett der Jugendkapelle Friedberg. Und dass nicht nur die Herren ein großes Blasinstrument spielen können, bewies die junge Karolina Kraus mit ihrem Euphonium. Dazu gesellten sich zwei Trompeten, gespielt von Andreas Stocker und Johannes Pletschacher, das Horn blies Tobias Dempfle und die Posaune ließ Felix Wagner erklingen. Die Vorträge der Junioren endeten mit der Zugabe „Frosty the snowman“, ebenso herzerfrischend gespielt wie die klassischen Beiträge wie ein Choral oder eine Suite von Andreas Schulte. Andreas Thon, Leiter der Jugendkapelle Friedberg, wusste viel zu erzählen und unterstützte verbal das junge Quintett.
Zusammen harmonieren die beiden Formationen auch gut
Feierlich zogen die Großen in den Altarraum mit Trumpet Voluntary von Henry Purcell. Zu Beginn dirigierte Andreas Thon das Bläserteam präzise und verstand es, die Musiker zu motivieren und zu einer Einheit zu formen. Dass das Publikum am Ende Zugaben erzwang, beweist die Begeisterung, die das Konzert hervorrief. Nach der glanzvollen Eröffnung war ein Beitrag von Giovanni Gabrieli zu hören, gefolgt von dem Stück „I saw three ships“, ein englisches Traditionell, das mit erstaunlicher rhythmischer Präzision vorgetragen wurde. Als Kontrast musizierte das Bläserteam in feiner dynamischer Abstufung und ausdrucksvoll das einzige Werk aus dem Barock, „Ich steh an deiner Krippen hier“.
Auch die Kissinger Bauern standen in Burgstall an der Krippe in dem Gedicht Kissinger Weihnacht. In altbewährter Manier und mit gutturaler Stimme trug Hermann Paul dieses Gedicht vor. Langer Applaus vom begeisterten Publikum.

manuela rieger, © Friedberger Allgemeine

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