Fabelhafte Unterhaltung

Jugendkapelle Friedberg verbindet bei ihrem Frühjahrskonzert Musik und Märchenwelt auf gelungene Weise

18.03.2013

(Foto Thon)

Fabelhafte Unterhaltung

Den größten Zauber, so schwärmten hinterher einige Zuhörer, übten die vorgelesenen Auszüge einiger Märchen aus. Musik mit Erzählungen verband sich diesmal beim Frühjahrskonzert der Friedberger Jugendkapelle auf gelungene Weise.
Kunigunde Christmann erinnerte sich an ihre Kindheit und ihre Freundin Marianne Dohmann freute sich, dass so viele Mädchen in der Jugendkapelle spielen: „Zu meiner Zeit war das undenkbar.“ Das B-Orchester der Kapelle entführte zu Beginn nach Russland, um anschließend ein Schwert aus dem Stein zu ziehen. Von Victoria Sowa als Prinzessin und ihrem Bruder Frederick als Frosch heiter moderiert, erfuhr das Publikum viel Interessantes aus der Sagenwelt.
Dass Zwerge nicht unbedingt klein sein müssen und Rotkäppchen und Schneewittchen sich durchaus im gleichen Märchenland begegnen können, bewiesen die Instrumentalisten mit den Bildern aus dem Märchenbuch von Horst Häupl. Der Ausflug in die actionreiche Sagenwelt ist dem Orchester gelungen – sagenhaft. Regine Nägele las dazu Passagen aus den Märchen.
Das Treffen mit Aladin gelang hervorragend und Elefanten aus dem Dschungelbuch marschierten musikalisch durch die Halle. Der siebenjährigen Angelika Geier war das gar zu laut: „Können die nicht leiser spielen?“
Hans Rabl verlieh in gewohnter Weise die Ehrungen, Mathias Selder, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der musikalischen Ausbildung in Friedberg, überbrachte einen großzügigen Scheck.

Nach all den Ehrungen trumpfte das A-Orchester auf und spielte „The Giant’s Mermaid“ von Fritz Neuböck. Esel, Hund, Kater und Hahn bildeten dereinst die Bremer Stadtmusikanten. Beim Konzert der Jugendkapelle stellten sich die Tiere jeweils einzeln musikalisch vor. Hayato Hirose hat das Märchen der Brüder Grimm vertont, Hans-Jürgen Trinkl gab den Tieren Stimme, die Friedberger Musiker brachten es witzig musikalisch auf die Bühne.
Ein buntes Potpourri mit Melodien aus Don Quixote (Satiric March) oder Hobbits ließen die Geschichten noch einmal vor dem geistigen Auge erscheinen. Gelungene Themen- und Tempowechsel ließen diese Stücke zu einem angenehmen Ohrenschmaus werden. Die Liebe und das lange Haar von Rapunzel wurde vertont und Lieselotte Funk las eine Textpassage. Mit Robin Hood endete ein märchenhaftes Konzert. Ein Besucher aus Hochzoll fürchtete anschließend im Scherz: „Jetzt werde ich wohl öfter meiner Tochter vorlesen müssen.“ Die von einem begeisterten Publikum stürmisch geforderten Zugaben wurden bereitwillig erfüllt.

Manuela Rieger, © Friedberger Allgemeine

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