Modernste Technik für beste Musik

Jugendkapelle spielt zusammen mit Christoph Hartmann zur Wiedereröffnung der Friedberger Stadthalle Von Uschi Öttl

18.05.2011

Modernste Technik für beste Musik

Friedberg Mit einem bunten Programm zwischen Edward Elgar, den Piraten der Karibik und norwegischer Folklore startete die Städtische Jugendkapelle ihr Frühjahrskonzert zur Wiedereröffnung der Stadthalle Friedberg. Zu dem festlichen Ereignis hatte der künstlerische Leiter Andreas Thon seinen ehemaligen Schulkameraden Christoph Hartmann eingeladen. Gemeinsam bestanden sie am Gymnasium St. Stefan in Augsburg das Abitur mit Leistungskurs Musik. Hartmann stammt aus Landsberg am Lech, studierte in Augsburg bei Georg Fischer und schloss sein Meisterklassendiplom an der Musikhochschule München in den Fächern Oboe und Kammermusik ab. Seit 1992 ist er als Oboist bei den Berliner Philharmonikern tätig.
In seiner Begrüßungsrede betonte Bürgermeister Dr. Peter Bergmair den Anlass dieses besonderen Frühjahrskonzerts, weil damit auch wieder die Stadthalle in Betriebe genommen werden könne. Dies sei nun eine Halle, die mit der neuesten Technik versehen wurde, um auch große Veranstaltungen wie das Festkonzert der Jugendkapelle durchführen zu können.


Mit einem schwungvollen „Land of Hope and Glory“ von Sir Edward Elgar (1857-1934) starteten das Große und Kleine Orchester der Jugendkapelle den festlichen Abend. Vielleicht hätten angesichts der spritzigen Bläserklänge auch Kate und William, das britische Hochzeitspaar, ihre Freude daran gehabt, ist die Komposition Elgars doch eine wohlgemeinte Hommage an die Briten. Neben der britischen Nationalhymne und „Rule, Britannia!“ ist das „Land of Hope and Glory“ eine der bekanntesten Hymnen Englands. Die Melodie stammt aus dem „Pomp and Circumstance March No. 1“ von Elgar und der Text von Arthur Christopher Benson. Mit auf eine musikalische Weltreise nahm dann das Kleine Orchester die Zuhörer mit dem „Five Continents“ von Kess Vlak (1938), die nach Asien, zu den Indianern, auf die Brücke von Avignon und zu den Känguruhs nach Australien führte.

Mit dem großen Orchester spielte danach Solist Hartmann die „Variationen in G-Dur für Oboe und Blasorchester“ des großen russischen Komponisten Rimski-Korsakow (1844-1908) auf ein Thema von Michael Glinka, das „Chto krasotka molodaja“ mit 12 Variationen und Finale, komponiert 1878. Nach der Pause gefielen die jungen Bläser mit der Orchestersuite „Caledonia“ von Oliver Waespi (geb. 1971), in der schottische Melodien, traumversunkene Liebeslieder und nach einer Sage der „Teufel, der den Steuereintreiber mitnimmt“, klanggewaltig verarbeitet sind. Ein fetziges, rasantes Medley über die „Piraten der Karibik: At World’s End“ folgte, in der die Mitwirkenden alle klanglichen Register ziehen konnten.

Das Highlight mit dem exzellenten Solisten war zum Schluss aufgehoben worden – das klangprächtige „Norske Folketoner“ (Norwegian Folk Tunes) von Johan Halvorsen (1864-1935). Dieser war ein norwegischer Violinist, Komponist und Dirigent, der sich Werken in der nationalromantischen Tradition widmete und dabei folkloristische Motive benutzte. Zum Heimweg gab es für das Publikum die melodiöse „Idylle“ von Bald Wyntin (geb. 1966). Durch das Programm führten höchst unterhaltsam Leah Peschke und Frederick Sowa.

Uschi Öttl, © Friedberger Allgemeine

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