Blasmusik mal klassisch, mal poppig

21.11.2010

Friedberg. Der Vorsitzende Hans Rabl wollte auch in diesem Jahr trotz des Umbaues der Stadthalle nicht auf „sein“ Bezirkskonzert verzichten und wich deshalb in die TSV-Sporthalle aus. Es waren diesmal „nur“ vier Orchester, die den Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) vertraten, aber die Zuhörer hatten Spaß und keinen Mangel an Vielfalt und Abwechslung.

Traditionelle bis symphonische Blasmusik hatte man versprochen und der Polkatitel des Musikvereins Schmiechen „Ein Festtag der Blasmusik“ war bezeichnend. Die jungen Musikerinnen und Musiker des Nachwuchsorchesters der Kolpingskapelle Mering und die „Brasshupfer“ der Jugendkapelle waren nach dem Einmarsch in der „Startaufstellung“ wohlbehütet eingerahmt von den klassischen Vertretern bayerischer Blasmusik, der Stadtkapelle Friedberg und dem Musikverein Schmiechen.

Fetzig arrangierte Stücke

Auch wenn vielleicht ein großer Teil der Zuhörer eher zu den Fundamentalisten zählte, so setzte trotz des Übergewichts der traditionellen Pogrammpunkte gerade die Jugend Zeichen. Wie die „Brasshupfer“ der Jugendkapelle Friedberg, die nach dem Vorbild der „Young Blood Brass Band“ aus New York moderne poppige Musik spielte und von der Freiheit der Improvisation Gebrauch machte. Andreas Thon hatte die Stücke fetzig arrangiert und spielte auf der großen Trommel selbst mit.

Viel Beifall erhielt aber auch das Nachwuchsorchester der Kolpingskapelle Mering bei ihrem ersten großen Auftritt im Konzertrahmen. Für ihre weichen Calypso-Klänge oder für „I will follow him“, dem Schlusslied aus „Sister Act“.

Ihren „Buntspecht-Ohrwurm“ durften die Buben und Mädchen zwischen acht und vierzehn Jahren unter der Leitung ihrer jungen Dirigentin Jessica Zunic als Da Capo in der Nachspielzeit auf Verlangen des Publikums sogar wiederholen. Dennoch: Die Polka, Walzer und Märsche der Schmiechener und Friedberger Kapellen, die sich gegenseitig bei den Stücken mit Trompetern und Hornisten aushalfen, bedienten den Geschmack des breiten Publikums mit „Wenn der Wein blüht“, dem Burgenländer Musikantenmarsch oder dem gemeinsam gespielten Bozener Bergsteigermarsch.

Gefühlvolle Trompetensolos

Und Besonderheiten waren die volksmusikalischen Gesangssolos von Katharina Loibl und Michael Bacher (Schmiechen) und die gefühlvollen Trompetensolos von Oliver Limmer und Friedrich Michelitsch von der Tribüne herab beim Stück „Mitternachts-Tränen“.

Hans Rabl, der als Vorsitzender des ASM im Bezirk Aichach-Friedberg die Moderation machte und selbst als Schlagzeuger bei der Stadtkapelle mitspielte, dankte dem TSV Friedberg für die Gastfreundschaft und kündigte das nächste Konzert für 19. November 2011 in der neu renovierten Stadthalle an. Von Otmar Selder

Ottmar Selder, © Friedberger Allgemeine

Zurück