Bei der Jugendkapelle spielte auch der Teufel mit

Das Frühjahrskonzert brachte den 450 Gästen Blasmusik allererster Güte ­ Ganze Reihe von Ehrungen

27.03.2000

Zwei Orchester mit fast 100 Musikerinnen und Musikanten begeisterten beim Frühjahrskonzert der Städtischen Jugendkapelle. Und fast 450 Gäste brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Es wurde Blasmusik vom Feinsten geboten. "Seit Schuljahresbeginn wurde auf dieses Konzert hin geprobt", verriet Andreas Thon, Leiter der Jugendkapelle.

Den Anfang beim fast dreistündigen Konzert machte das 30-köpfige B-Orchester. Dabei übernahm Thomas Mahat-Loos die Ansage und ging mit dem Mikrophon ebenso gut um, wie mit seinen Schlaginstrumenten. "Pangea", eine utopische, musikalische Reise stand am Anfang. Danach folgte die"Peer-Gynt-Suite" von Edvard Grieg, ein viersätziges Stück. Nicht nur hörens-, sondern auch sehenswert dann der Beitrag "Cowboys" von Daniel Bukvich. Hier zeigten die jüngeren Jugendkapellenmitglieder eine enorme Disziplin bei der Interpretation eines Stückes, zu dem auch eine gehörige Portion Mimik gehörte. Höhepunkt dabei "Dominik (Rauch), das Hausgespenst", der als leibhaftiger Teufel über die Bühne fegte. B-Orchester wie später das A-Team auch kamen um eine Zugabe nicht herum. Mit "Mambo Number five" verabschiedeten sich die Mädchen und Buben.

Das 64-köpfige A-Orchester dann sein ganz großes Können zeigte, gab es seitens des Bezirkes 14 im Allgäu-schwäbischen-Musikbund (ASM) noch einige Ehrungen. Thon durfte dabei Samantha Wagner, Ulrich Kölbl, Sibylle Fischer, Maria Sturm, Vitaliy Rusakovsky und Maximilian Ortmeier das Zeugnis und die Nadel in Bronze für die bestandene D1-Prüfung für Bläser überreichen. Eine Stufe höher Ludwig Nägele, Christopher Basch, Birgit Trinkl und Barbara Wörle. Sie erhielten die gleiche Auszeichnung in Silber für die bestandene D2-Prüfung. Recht jung mit dem Musizieren angefangen haben Julia Bujalka, Diana Sichinger, Tobias Kast und Ludwig Koller, die für zehn Jahre Zugehörigkeit zu einem Orchester ausgezeichnet wurden.

Plattform für Solisten

Als der verdiente Beifall verklungen war, ging`s in die Vollen. Martin Nägele führte diesmal durch`s Programm. Dabei waren die "Satiric Dances" von Norman Dello Jolo und "Variations on a Korean Folksong" von John Barnes Chance mehr als ein gelungener Auftakt vor der Pause.

Der zweite Teil des Konzertes war dann eine Plattform für einige Solisten, einmal einem großen Publikum Können und musikalische Disziplin zu zeigen. Was Stefan Galle, Martin Nägele, Ludwig Nägele und Christopher Basch beim "Hornfestival" von Kurt Gäbele ihren Blasinstrumenten entlockten, war schon Klasse. Daniel Raffler lief dann mit der Querflöte und der Piccoloflöte in der "Gemeinhardt-Suite" zur Höchstform auf. Johannes Steinhart und Andreas Bolleininger mit ihren Trompeten durften im Stück "Der alte Dessauer" als Solisten glänzen, ehe in Harry Dacostas "Tuba Tiger Rag" Christian Bader seiner Tuba die Töne so entlockte, dass ein begeistertes Publikum kaum zu halten war. "Sax In Swing" von Hans Elbl, mit dem neunköpfigen Saxregister der Jugendkapelle im Solopart war dann noch ein glänzendes i-Tüpfelchen vor den Zugaben.

Ein Konzert, das nachklang. Hoffentlich auch für den Verein der Freunde und Förderer der Stadtmusikschule Friedberg. Deren Vorstandsmitglieder übernahmen Bewirtung und Betreuung der Garderobe. Natürlich um auch hier an Mittel zu kommen, die wieder an die jungen Musikanten und deren Förderung zurückfließen werden.

Berthold Funk, © Friedberger Allgemeine

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